Ein Interview November 2006
Reporter:
Hef, Sie haben Ihr erstes Buch geschrieben. Wie viele werden noch folgen und wer sind Sie? Warum schreiben Sie überhaupt? Was hat der Name HEF zu bedeuten?
Hef:
Folgen werden noch eine ganze Reihe von Büchern. Ich heiße Hef. Schreiben habe ich in der Schule gelernt und Romane zu schreiben....na ja, das hat mir meine Frau geraten, da ich relativ früh aus dem Berufsleben ausgeschieden bin. Sie meinte, ich solle mal was tun.
Reporter:
Und da schreibt man so einfach auf den Wunsch seiner Frau Romane? Wie ich gehört habe, sind vier weitere in Arbeit.
Hef: (lächelt)
Nein. Nicht so einfach. Es ist schon ein Kampf mit sich selbst. Ich bin 60 Jahre alt und schlage mich mit meiner Vergangenheit herum, die ich versuche in Worte zu kleiden. Das ist manchmal eine Art Selbsttherapie, aber ich musste lernen, mich dem zu stellen.
Reporter:
Vergangenheit? Sie waren mal ein bekannter Journalist, Kriegsreporter und ein erfolgreicher Unternehmensberater? Warum haben Sie das alles aufgehört?
Hef:
Weil ich von dem einen wie dem anderen zu seiner Zeit genug hatte.
Von 1969 bis 1975 habe ich über alle damaligen Kriege auf der Welt berichtet. Danach, nein falsch, schon während dieser Zeit, habe ich mich in Hongkong mit einem Partner selbstständig gemacht. Die asiatische Mentalität hat mich fasziniert. Schnell erkannte ich, was heute selbstverständlich ist. Das ist der Markt der Zukunft. Aber mir fehlte die Grundausbildung. Also ging ich nach Deutschland zurück und studierte Wirtschaftswissenschaften. Da war ich für die Uni schon ein älteres Herrchen. War `ne schöne Zeit. Danach war der weltweite Erfolg unserer Agentur nicht mehr zu bremsen. Das einzige Mal, dass ich wirklich stolz auf mich war.
Reporter:
Sie sind das dritte Mal verheiratet?
Hef:
Ja. In meinem Leben war nichts gradlinig. Es hat alles eine Weile gedauert. Nun bin ich angekommen. Meine Frau Ulla teilt meine Interessen und versteht es prima, meinen westfälischen Dickschädel unter Kontrolle zu bringen
Reporter:
Haben Sie Kinder?
Hef:
Eine Tochter. Die lebt in Singapur
Reporter:
Sie waren in Vietnam, im Bürgerkrieg Nicaragua, im Jom Kippur Krieg, beim Vietcong in Gefangenschaft, haben bei den Kopfjägern auf Borneo gelebt und in einem japanischen Zen-Kloster meditiert. Dann haben Sie noch Monate bei sibirischen Pelztierjägern verbracht. Warum?
Hef: (nachdenklich)
Das ist eine schwierige Frage. Wer in Vietnam war, der hat sie nicht mehr alle...sagen die Kriegs-Veteranen. Ich war ganz einfach auf der Flucht vor mir selbst. Ich habe versucht den Sinn des Lebens wieder zu finden. Krieg kann nicht der Sinn unseres Daseins sein. Gehofft hatte ich, das bei den Naturvölkern und in der Meditation zu finden.
Reporter:
Ist das gelungen?
Hef: (noch nachdenklicher)
Nein. Nicht wirklich. Ich habe viel erlebt und das hilft mir beim Schreiben. Aber letztendlich kann niemand vor sich und seiner Vergangenheit weglaufen. Jeder hat eine Leiche im Keller, und die bewegt sich immer dann, wenn man sie nicht gebrauchen kann.
Reporter:
Ist das der Grundtenor Ihrer Romane?
Hef:
Ja. Es fasziniert mich, was dem Protagonisten in meinen Büchern passiert, wenn sich seine Leiche im Keller bewegt. Gleichsam als schlechtes Gewissen und irgendwer hat immer mit jemandem aus der Vergangenheit eine Rechnung offen.
Reporter:
Also Rache?
Hef:
Was ist sonst der Sinn eines Thrillers?
Interview Dezember 2009 ... siehe "News"