Interview
Reporter:
Hef. Sie machen Ihre Ankündigung wahr. Das neue Buch ist auf dem Markt. Geht das jetzt jedes Jahr mit dem Protagonisten Peter Stösser weiter? Geht einem Autor der immer selbe Typ nicht irgendwann auf die Nerven?
Hef:
Von mir aus wird es den Protagonisten Peter Stösser bis 2015 geben. So ist meine Planung. Aber da hat der Verlag auch noch mitzureden. Und nein. Auf die Nerven geht mir der Prota täglich. Und das seit inzwischen 63 Jahren. Er ist mein "alter ego". Es war eine gute Idee des Verlages, mich mit einem anderen Namen zum Prota meiner Bücher zu machen.
Reporter:
Sie schreiben also nur an Ihrer Lebensgeschichte entlang. Geben diesem kauzigen Journalisten einen anderen Namen und das war es dann?
Hef:
Schön wärs.
Die Büßer von Mallorca waren überhaupt nicht geplant. Die ergaben sich einfach durch ein Gespräch mit sehr alten Damen in einem Café in Palma de Mallorca. Mich interessierte ihr Schmuck. Und sie sprachen eine Mischung aus Spanisch und Jiddisch, das ich verstehe. So erzählten sie mir die story, die als Thriller herauskam. Na ja, ich musste geschichtlich etwas nachhelfen. Denn dieses Thema ist eigentlich Tabu in Spanien.
Reporter:
Wie würden Sie sich als Mensch in wenigen Worten beschreiben. In Ihren Büchern lernt man knorzige Menschen kennen, die alle ein Geheimnis haben, und es mühselig zu verstecken trachten. Sind das alles Sie?
Hef:
Ich bin diese Menschen. Eigenwillig, knorzig...wie Sie sagen. Ein Dickschädel. Immer auf der Jagd nach ungewöhnlichen Ereignissen und schreibwütig. Mein Bestreben ist den Alltag, den jeder in seinem Umfeld mal so gerade Tag für Tag meistert, in ein neues Licht zu stellen. Dazu dienen mir meine Erfahrung und eine unbändige Neugier als Werkzeuge.
Reporter:
Damit stellt sich die Frage: wie geht es weiter? Was kommt 2010 und die weiteren Jahre?
Hef:
2010 kommt ein Thriller, der mir sehr am Herzen liegt. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich mich wieder an das Thema Krieg getraut habe. Ich hatte mir geschworen, genau dieses aus meinem Leben als ehemaliger Kriegsreporter zu streichen. Aber der Verlag hat da unglaubliche Wühlarbeit bei mir geleistet. Dann habe ich mich doch überzeugen lassen und meine Vergangenheit in einem anderen Licht gesehen, und, wie ich hoffe in einem anderen Kontext geschrieben. Die Reaktion der Leser müssen wir erst abwarten. Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen.
Reporter:
Das ist der Thriller für 2010. Woran arbeiten Sie zur Zeit? Dass Peter Stösser der Protagonist bleibt, haben Sie schon erwähnt.
Hef:
Auch etwas, das mir auf der Seele liegt. Eine spezielle Art des Organhandels, die so noch niemand kennt. Aber mehr möchte ich dazu im Augenblick nicht sagen.
Reporter:
Wie Sie sagten, betreuen Sie auch Anfänger, die sich in der Prosa versuchen. Welche Voraussetzungen muss man haben, um Sie als Mentor zu bekommen? Und wie hat man sich das vorzustellen? Geben Sie Seminare?
Hef:
Seminare gebe ich nicht. Dazu fehlt mir einfach die Zeit. Das geht alles online. Ich kenne keinen meiner Leute persönlich. Und an mich heranzukommen ist einfach...über meine homepage. Aber dann wird es haarig. Ich stelle die gleichen Anforderungen, die auch ein Verlag stellen wird. Mindestens einen PITCH, dreiseitiges Exposé und eine dreißigseitige Leseprobe.
Ohne diese Anforderung erfüllt zu haben muss ich ablehnen. Denn dazu ist mir meine Zeit zu kostbar jemandem noch die Grundregeln des Schreibens beizubringen.
Reporter:
Danke Hef. Wann kann ich das nächste Interview mit Ihnen machen?
Hef:
Ich muss die Reaktion auf den Vietnamroman abwarten. Dann entscheidet sich, wie es mit mir weiter geht. Also nicht vor Ende 2011.